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Wunderbau
Neue Orgel in der Mutterkirche der Auerbacher Schulschwestern geweiht
Orgeln sind Wunderbaue, von Gottes Hauch beseelt. Nachklänge des Schöpfungsliedes“. Mit diesen Worten übergab der Orgelbaumeister Siegfried Schmid aus Immenstadt im Allgäu das Instrument an die Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in der Auerbacher Mutterhauskirche. Erzbischof Dr. Ludwig Schick hat das neue Instrument während des Festgottesdienstes zum 50. Weihetag der Mutterhauskirche geweiht.

Orgelbaumeister Schmid sei  stolz auf das neue Instrument. Die Orgel hat 23 Register mit insgesamt etwa 1300 Pfeifen. Manche Komponisten geben an, auf welchem Register ihr Lied gespielt werden sollte. Ist ein solches nicht vorhanden, ist es – so Schmid – die Kunst des Organisten, ein passendes Ersatzregister zu ziehen. Gespielt wird auf zwei Manualen mit je 56 Tasten und einem Pedal. Mitte Februar diesen Jahres begann der Einbau der neuen Orgel in der Mutterhauskirche. Das hölzerne Gehäuse, der Prospekt, ist in Farbe und Gestaltung an die Kirche angepasst worden. Besonders aufwändig sei die Intonation, die oft einen ganzen Arbeitstag pro Register erfordere. Stefan Niebler hat diese verantwortungsvolle Arbeit zusammen mit Siegfried Schmid übernommen. Ein feines musikalisches Gehör ist Bedingung für diese Aufgabe.

Schmid erläuterte die Architektur des Instruments ebenso wie den technischen Aufbau. Das Orgelgehäuse, in selbsttragender Konstruktion, umschließt den gesamten Aufbau des Instruments sowie das Pfeifenwerk. Es ist aus besonders ausgesuchtem, massiven Fichtenholz (aus den Hochlagen des Allgäus) mit gestemmten Rahmen und Füllungen gefertigt. Die Spieltraktur wurde mechanisch angelegt. Die Registraturtraktur wurde aus praktischen Gründen (Verwendung einer modernen 1000-fachen Setzeranlage) elektrisch angelegt. Bei der Ausarbeitung des Klangkonzeptes galt es, neben den Ausmaßen des Kirchenraumes der Mutterhauskirche vor allem die liturgischen Aufgaben, welche die neue Orgel erfüllen muss, zu berücksichtigen: Begleitung des Stundengebetes, der Psalmen, Antiphonen, Lieder und Hymnen; Begleitung beim Choralgesang im Gottesdienst; Vor- und Zwischenspiele, meditatives Orgelspiel während der Liturgie sowie großes Vor- und Nachspiel.

Groß sei die Freude über die neue Orgel seitens der Schulschwestern. „Wir haben während der Aufbauphase täglich über das Werk der Orgelbauer gestaunt“, sagte Provinzoberin Lucilla Hauser. Die Zusammenarbeit mit Orgelbaumeister Siegfried Schmid und seinen Mitarbeitern hätte nicht besser sein können. „Den Weckruf in unserem Kloster um 4.45 Uhr werden sie vielleicht künftig vermissen“, sagte die Oberin.

Während der Intonation waren meist nur vereinzelt Ordensfrauen in der Kirche. Auch die Organistin der Kongregation, Schwester Theresia Hauthaler, kam häufig vorbei. Auch sie muss sich nun an das neue Instrument gewöhnen. „Man muss sich schon einspielen. Die Registrierung und die Tastenabstände sind anders als bisher“.

Nach dem dem Festgottesdienst erklärte Orgelbaumeister Siegfried Schmid sein Werk den Besuchern.   
Datum: 27.05.2006
Autor: Eva Böhm