„Sternstunden“ beim Adventswochenende für Familien: Eltern und Kinder beim gemeinsamen Basteln
Die Kinder können es kaum noch erwarten. „Wann fangen wir endlich an“, heften sie sich an Christine Heinrichs Fersen, die ihnen versprochen hat, Weihnachtssterne mit ihnen zu basteln. Adventsstimmung in der Katholischen Landvolkshochschule Feuerstein (KLVHS), die in Kooperation mit dem Familienbund der Katholiken im Erzbistum Bamberg das Adventswochenende für Familien veranstaltet unter dem Thema „Mit Kindern auf dem Weg nach Weihnachten“. Fünf Familien mit insgesamt 20 Mitgliedern sind aus verschiedenen Ecken des Erzbistums und darüber hinaus angereist. Aus Bayreuth, Neustadt an der Waldnaab und anderen Orten sind sie gekommen, um sich mit einer Zeit der Besinnung und des Luftholens auf Weihnachten einzustimmen.
„Jedes Jahr haben wir ein neues Thema oder Symbol“, erläutert die Pastoralreferentin Christine Heinrich aus Altendorf bei Bamberg, die seit 2005 die Vorbereitung und Leitung inne hat. Und diesmal ist es der Stern. „Stern über Betlehem, zeig uns den Weg“, heißt es da. Den Titel eines Weihnachtsliedes hat Christine Heinrich als Motto verwendet. Und der Stern zieht sich als roter Faden durch die Wochenendfreizeit.
Spiele, Lieder, Geschichten, Gespräche: alles dreht sich um den Stern. So erarbeiten die Kindern im Alter zwischen 2 und 12 Jahren gemeinsam die Geschichte „Wie der Weihnachtsstern nach Bethlehem kam“, um sie bei der abendlichen Adventsfeier der ganzen Gruppe vorzuspielen. Die Eltern sprechen dagegen in einer eigens für sie reservierten Abendzeit über die Frage „Was ist für mich Advent?“. Den Austausch im angeleiteten Gespräch hält Christine Heinrich deshalb für so wichtig, weil sich die Teilnehmer „gegenseitig bereichern und korrigieren oder einander auch ganz neue Wege aufzeigen können“. Auch sollten die Eltern „Zeit haben, die jeder sich selber gönnt“. Andererseits sei aber auch das Zusammensein als ganze Familie wichtig, wenn Kinder und Eltern gemeinsam basteln, spielen und feiern.
Nach einer Phantasiereise ins Reich der Sterne befassten sich die Eltern mit der Überlegung, welche Sterne auf ihrem Lebensweg sie rückblickend für sich entdecken konnten. Die Suche nach den eigenen Lebenssternen wurde fortgesetzt mit historischen Daten über die drei Sterndeuter, die sich auf den Weg nach Bethlehem begaben. In Dreierteams wurden die Eltern „losgeschickt mit fiktiven Briefen eines Sterndeuters über seine Reiseerlebnisse“. Die Grundlage dafür bildete das 2. Kapitel aus dem Matthäus-Evangelium. „Es geht darum, dass man auch spürt, dass die biblischen Geschichten mit unserem eigenen Lebensweg verwoben werden wollen“, erläutert Christine Heinrich ihre pädagogische Absicht. Zum Abschluss, so die Theologin, habe jeder Teilnehmer eine Sternweihnachtskarte an sich selbst geschrieben, auf der man persönliche Erlebnisse und Erkenntnisse festhalten konnte. Die frankierten Umschläge werden mit der Post kurz vor Weihnachten abgeschickt, sodass das Wochenende noch an Weihnachten fortwirken kann. „Bis jetzt haben wir noch nie einen Brief an uns selbst geschrieben“, hätten einige überrascht und erfreut reagiert, erzählt Christine Heinrich.
Eine Bastelwerkstatt für Weihnachtssterne mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden einladend auf mehreren Tischgruppen ausgebreitet inspirierte Eltern und Kinder, aus Transparent- und Tonpapier sowie anderen Materialien, diverse Sterne für den Christbaum oder das Fenster anzufertigen. Bei einer Nachtwanderung mit Fackeln und Taschenlampen wurde der Sternenhimmel in Natur betrachtet.
„Die KLVHS ist wie eine kleine Insel auf den Bergen gelegen und von Wald umgeben“, meint Christine Heinrich. Abseits von den Sorgen, Nöten und Pflichten des Alltags seien hier ideale Bedingungen gegeben, um zur Ruhe und Besinnung zu kommen. Beim Gottesdienst in der Feuersteinkirche wird diese Wirkung noch einmal verstärkt. Mit einer Hausrallye traten abschließend die Familien gegeneinander an, um ihr Wissen über das Thema und zum Feuerstein unter Beweis zu stellen.