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„Inselbewohner“ zusammenführen
Caritas eröffnet Stützpunkt in Bayreuther Stadtteil
Mehr als fünf Millionen Euro wurde in die Sanierung des Bayreuther Stadtteils Insel investiert. Die Sozialpädagogin Paula Schauer (rechts) wird im Caritas-Stützpunkt generationenübergreifende Arbeit organisieren. Links Dolores Longares-Bäumler, Leiterin der Migrationsberatung.

Preisgünstige barrierefreie Wohnungen für Rollstuhlfahrer, eine Angebotspalette von der Hauswirtschaftshilfe bis zum ambulanten Pflegedienst, Alt und Jung, die miteinander diskutieren und spielen – und das alles in einem ehemaligen sogenannten Problemviertel. Das soll auf der Insel in Bayreuth mit Hilfe der Caritas verwirklicht werden.

Seit 2002 saniert die städtische GEWOG mit insgesamt 5,4 Millionen Euro ihre Häuser im Stadtteil „Insel“ im Norden Bayreuths. Die Häuser entstanden vor rund 80 Jahren für Angestellte und Industriearbeiter. Der niedrigen Mieten wegen ist das Viertel beliebt bei Menschen, die nicht viel verdienen. In den letzten Jahren wurden die Gebäude saniert und auch neue gebaut. Jede Wohnung hat jetzt Balkon, viele Blumen schmücken die bunten Fassaden. Die Bewohner konnten bleiben, die Mieten liegen bei 6,50 € pro Quadratmeter. Für die 28 Wohnungen, mit zwei bis fünf Zimmern, gab es 100 Interessenten. Die Wohnungen sind für alleinstehende Rollstuhlfahrer wie auch für Familien mit mehreren Kindern geeignet.

„Sozialräumliche Neugestaltung“ wird das Bemühen genannt, Menschen nicht nur unterzubringen, sondern sie auch zusammenzuführen. Die Bayreuther Caritas hat sich bereits in der „Burg“ und am Menzelplatz engagiert und der Stadt vorgeschlagen, auf der „Insel“ ab 1. Juli 2012 ebenfalls aktiv zu werden, so Geschäftsführer Hermann Hinterstößer bei einer Pressekonferenz aller Beteiligter im Rathaus. Eine Wohnung in einem Neubau stellt die GEWOG der Caritas als Stützpunkt zur Verfügung. Dort kann man sich beraten lassen, dort sollen auch Treffen organisiert werden. Aber, so Hinterstößer, „wir gehen auch auf auf die Menschen zu“. Dieses Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt, die Personalkosten übernimmt die Oberfrankenstiftung.

Diese Verknüpfung von behindertengerechten Wohnungen, generationenübergreifendem Engagement der Caritas und Finanzierung durch eine Stiftung sei einmalig, betonte Seniorenbeauftragte Udja Holschuh. Es wäre eine große Hilfe für die Stadt, wenn sich Organisationen fänden, die sich auch in anderen Stadtteilen entsprechend engagierten.

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hob den psychologischen Vorteil eines solchen Stützpunktes für einen Stadtteil hervor. „Die Hemmschwelle, sich mit einem Anliegen dorthin zu wenden, ist viel niedriger als bei einem Gang ins Rathaus.“ Sie freute sich, dass die Wohnungen in den Neubauten bereits vermietet seien.

Ansprechpartnerin in der Seestraße 11 ist künftig die Sozialpädagogin Paula Schauer, die auch in der Flüchtlingsberatung tätig ist. Sie betonte, dass im Stützpunkt auch Angebote anderer Organisationen integriert werden könnten. Für eine generationenübergreifende Arbeit sei dies unerlässlich. Für die soziale Vernetzung solle es kulturelle Angebote ebenso geben wie hauswirtschaftliche Hilfen, Mittagstisch oder ambulante Pflege. Es sei zu hoffen, dass die älteren Menschen auf Dauer in ihren Wohnungen bleiben könnten.

Am Menzelplatz, dort wohnen viele Ausländer, habe die Caritas eine ganze Menge bewirkt, so Dolores Longares-Bäumler, Leiterin der Migrationsberatung. Man habe viele Treffen organisieren können, die Räumlichkeiten würden auch für private Veranstaltungen bereit gestellt.

Datum: 26.07.2012
Autor: Michael Anger
Weiterführende Links:
Homepage der Caritas Bayreith