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„Vergelt`s Gott und einen guten Start in eurer neuen Wirkungsstätte“
Pfarrer Richard Reis verabschiedet liebgewonnene Mitarbeiter
Ein letztes Mal gemeinsam auf einem Foto: Von links Pfarrer Richard F. Reis, Bernd Sorgenfrei, Lisa-Maria Eberhardt, Pfarrer Stanislaw Szczepanek und Bürgermeister Gerhard Wunder.

Nun ist nur noch der Leiter des Seelsorgebereichs Oberes Rodachtal übrig, alle anderen Priester und Gemeindereferenten verlassen ihre seit Jahren vertrauten Wirkungsstätten. Nachdem letzte Woche bereits Pater Heinrich in Wallenfels feierlich verabschiedet worden ist, verlassen nun auch Kooperator Stanislaw Szczepanek, Gemeindereferent Bernd Sorgenfrei und Gemeindereferentin Lisa-Maria Eberhardt das Obere Rodachtal.

Pfarrer Richard F. Reis beteuerte, dass diese Feier nicht unbedingt ein schöner Anlass ist, denn es heißt Abschied nehmen von treuen, liebgewonnenen Mitarbeitern. Vor allem dankte er Kooperator Pfarrer Stanislaw dafür, dass er nie nein gesagt hat, wenn er gebraucht wurde. Für Lisa-Maria Eberhardt beginnt sozusagen „der Ernst des Lebens“. „Für sie geht es jetzt richtig los, ihre Ausbildung ist nun beendet“, sagte Pfarrer Reis. Bernd Sorgenfrei bleibt zwar hier in Nordhalben, aber ist für die nächsten zwei Jahre nicht für den Seelsorgebereich tätig, da er sich in Elternzeit um seine kleine Tochter kümmert. „Aber es soll kein Abschied mit Tränen sein, denn überall auf der Welt, sei es in Oberfranken oder in Polen, können wir uns in den Armen des Gekreuzigten geborgen fühlen“, gab der leitende Pfarrer den Scheidenden mit auf den Weg. Gemeinsam mit Kaplan Michael Gräf feierten die Priester Richard F. Reis und Stanislaw Szczepanek zusammen mit Bernd Sorgenfrei, Lisa-Maria Eberhardt und den Gläubigen des Seelsorgebereichs einen letzten feierlichen Gottesdienst. In den Fürbitten bat Bernd Sorgenfrei vor allem für den Seelsorgebereich Oberes Rodachtal. „Möge die Begeisterung für den Glauben nicht nachlassen“, sagte der Gemeindereferent.

Aber wie geht es nun weiter im Seelsorgebereich? Für Wallenfels ist ab September Pater Jan Poja CR zum Pfarradministrator ernannt, zuletzt tätig in Zeyern und Friesen. Als Pfarrvikar, hauptsächlich zuständig für Neufang und Birnbaum kommt Pater Wladyslaw Poddebniak, besser bekannt als „Krankenhauspfarrer“ in den Seelsorgebereich. Ein neuer Pastorialreferent macht das Team komplett. Dies ist Harald Ulbrich, der bisher im Seelsorgebereich Seßlach tätig war.

Im Pfarrsaal wurden die jahrelangen Bemühungen der drei Scheidenden im Seelsorgebereich gewürdigt. Erster Bürgermeister Gerhard Wunder betonte, dass der Abschied nicht einfach sei, aber auch die Nachfolger werden die christlichen Werte im Frankenwald erhalten. „Bei uns ist der Glaube noch vorhanden, es gibt noch viele tiefgläubige Menschen“, versicherte der Bürgermeister. Aus dem Seelsorgebereich kamen viele gute Wünsche. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Georg Porzel aus Steinwiesen brachte es auf den Punkt: „Bei uns im Seelsorgebereich geht es rund, erst das Abschied nehmen, dann kommt die Einführung der Neuen.“ Er meinte, dass eigentlich die Hoffnung bestanden hat, dass Pfarrer Stanislaw länger hier im Frankenwald bleiben könnte, aber leider müssen sich nach fünf Jahren die Wege wieder trennen. Auch für Lisa-Maria Eberhardt fängt nun ein neuer Lebensabschnitt an, es war nicht leicht, neben der Ausbildung auch noch in neun Pfarreien tätig zu sein. „Dass es im Seelsorgebereich seit seiner Gründung so gut läuft, ist auch ein Teil dein Verdienst“, sagte Porzel zu Bernd Sorgenfrei, der sich da sehr mit seiner offenen und ehrlichen Art eingebracht hat. Auch Peter Wunder, Pfarrgemeindratsvorsitzender von Nordhalben, dankte Pfarrer Stanislaw besonders für die feierlichen Gottesdienste mit einer geklöppelten Mutter Gottes.

Nach all den Abschiedsworten wurde es den drei scheidenden Seelsorgebereichsmitarbeitern doch etwas wehmütig ums Herz und das zeigte sich in ihren Dankes- und Abschiedsworten. Während sich Pfarrer Stanislaw bei seinem „Chef“ Pfarrer Reis bedankte und sich an all den schönen Erinnerungen begeisterte, war Bernd Sorgenfrei optimistisch, was den Fortgang des Pfarreienverbundes anging. „Gerade ein personeller Wechsel kann ein Anstoß für eine Weiterentwicklung, für neue Ideen sein. Wir haben einiges zustande gebracht, machen wir so weiter“, sagte Sorgenfrei. Auch Lisa-Maria Eberhardt ging mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite war sie jetzt „fertig“, also ausgebildete Gemeindereferentin, auf der anderen Seite wird sie die Herzlichkeit und Gastfreundschaft während ihrer Ausbildung vermissen. „Was mir am meisten imponiert hat, ist dass hier das Ehrenamt so sehr im Vordergrund steht, dass so viele mitmachen“, lobte die junge Frau.

Steckbriefe

Pfarrer Stanislaw Szczepanek wurde am 28. Juli 1965 geboren, am 29. Mai 1993 wurde er zum Priester geweiht. Seit September 2007 war er im Seelsorgebereich Oberes Rodachtal tätig, vorher jahrelang in den Pfarreien Kupferberg und Guttenberg. Außerdem war er Polenseelsorger für den nördlichen Teil der Erzdiozöse Bamberg. Er wird nun wieder nach Polen zurück gehen und dort die Pfarrei Rzeczyca im Bistum Koszalin übernehmen.

Bernd Sorgenfrei: Er ist seit acht Jahren im Seelsorgebereich tätig. Zuerst nur für Wallenfels, später im ganzen Seelsorgebereich. Jugendarbeit, Firmvorbereitung, Alltagsexerzitien sind nur einige seiner Aufgabenfelder. Außerdem war er Ansprechpartner für Nordhalben. Nun nimmt er nur noch die 50% seiner Beschäftigung für das Erzbischöfliche Jugendamt wahr und die anderen 50% für den Pfarreienverbund legt er sozusagen „auf Eis“ und geht in Elternzeit.

Lisa-Maria Eberhardt hat ihre Ausbildung hier im Seelsorgebereich gemacht. Sie war vorrangig tätig in der Kinderseelsorge mit Kindergottesdiensten und Familiengottesdiensten und kümmerte sich um die Bibelarbeit in Wallenfels. Für die Pfarreien Wallenfels und Steinwiesen war sie ein Ansprechpartner. Lisa-Maria tritt nun ihre neue Stelle in Ebensfeld an.

Datum: 01.08.2012
Autor: Susanne Deuerling