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Bistumsjubiläum 2007

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Sternenmantel

Zeitliche Einordnung

Sternenmantel

Veränderungen am ursprünglichen Mantel

Zwischen 1453 und 1455 erfolgte eine weitreichende Reparatur des Sternenmantels. Aus dem alten Mantel des 11. Jahrhunderts aus dunkelpurpurfarbener Seide schnitt man die einzelnen Motive und die Buchstaben der erklärenden Texte aus und nähte sie auf einen in etwa hellerem Blau gehaltenen Mantel aus Granatapfel-Damast auf. Bei der Aufbringung der goldgestickten Motive hielt man sich im Wesentlichen an deren Anordnung auf dem Mantel des 11. Jahrhunderts. Mit den Inschriften verfuhr man jedoch viel unbekümmerter: Man schnitt die einzelnen Buchstaben der größten Sterne aus und fügte sie – unter Zuhilfenahme einer Überarbeitung der ins Lateinische übersetzten Phainomena des Aratos – zu neuen Texten zusammen. Von den ursprünglichen Texten blieb allein der das Sternbild Krebs umziehende Satz „das Sternbild des Krebses trägt Schaden in die Welt“ – allerdings nur etwa zur Hälfte – im Originalzustand erhalten. Schon am Endes des 19 Jahrhunderts hatte Ernst Maas erkannt, dass er sich dabei um einen astrologischen Text handelt, während die der Schrift des Aratos entlehnten Inschriften astronomisch ausgerichtet sind. Anzunehmen ist, dass ursprünglich alle Sternbilder mit astrologischen Texten umgeben waren. Ismahel hatte dem Mantel, dessen Thema auf der linken Seite über der Randumschrift mit „DESCRIPC(I)O TOCIVS ORBIG“ (=orbis) (Beschreibung des ganzen Erdkreises / der ganzen Himmelsphäre) angegeben wird, ein vermutlich weitreichendes astrologisches Programm zugrunde gelegt, das bei der Restaurierung von 1453-1455 verloren gegangen ist und nicht mehr rekonstruiert werden kann.

Bemerkenswert ist, dass der Sternenmantel, obwohl er bis ins späte Mittelalter nur als Mantel des Ismahel und nicht als Heinrichsreliquie galt, in der Mitte des 15. Jahrhunderts so aufwändig und unter großen Kosten restauriert wurde.

 
   
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