PersönlichkeitenKonrad Kürschner – Bürger, Unternehmer und SpitalgründerBürger, Unternehmer, Spitalgründer – Konrad Kürschner war im Kupferberg des 14. Jahrhunderts ein bekannter und hochgeachteter Mann. Kürschner war der reichste und indirekt auch der mächtigste Mann von Kupferberg, außerdem Stadtrat und Gerichtsschöffe. Sein Leben verdeutlicht deshalb auch gut die soziale, politische und religiöse Situation dieser Zeit im Bistum Bamberg. Mitglied einer KaufmannsdynastieDie bürgerliche Familie der Kürschners (lateinisch: Pellifex) stammte aus Bamberg, wo sie auch ihren Hauptsitz hatte. Mitte des 13. Jahrhunderts ist erstmals ein Konrad Pellifex als Bürger der Stadt Bamberg verzeichnet. Bereits im 14. Jahrhundert ist eine verzweigte Kaufmannsdynastie zu erkennen, deren Mitglieder sich unter anderem auch in Nürnberg niedergelassen hatten, um so den Kupferhandel mit der in der Metallverarbeitung in Hochblüte stehenden Reichsstadt unkompliziert abwickeln zu können. Die Familienmitglieder scheinen großes unternehmerisches Geschick besessen zu haben – jedenfalls erwarben sie innerhalb kurzer Zeit Reichtümer und Kontakte zu den führenden Familien in den jeweiligen Geschäftsstädten. Konrad Kürschner von dem Kupferberg ist zwischen 1333 und 1334 als Schöffe in Bamberg belegt. Erfolgreicher BergbauunternehmerKonrad Kürschner hat seine schulische Ausbildung wahrscheinlich in Bamberg und seine praktische Ausbildung in einer befreundeten oder verwandten Familie absolviert. Seine Frau Adelheidis wird 1331 in einer Ablassurkunde erwähnt. Sie hatte aus einer vorangegangenen Ehe einen Sohn mitgebracht, den Kürschner als seinen Stiefsohn annahm und der auch sein Erbe antreten sollte. In dem Bergbauort Kupferberg wird Konrad Pellifex (= Kürschner) erstmals 1320 in einer Urkunde erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt muss er in seiner Stadt bereits ein angesehener Mann gewesen sein – und Kupferberg bereits über stadtähnliche Rechte verfügt haben, die 1326 erhöht wurden. 1330 erhielt die Stadt von Bischof Werintho von Bamberg das Iglauer Stadt- und Bürgerrecht. Wahrscheinlich hatte sich die Familie Kürschners bereits im ausgehenden 13. Jahrhundert hier angesiedelt und Konrad Kürschner war schon in der zweiten Generation im Bergbau tätig. Innerhalb seiner großen Familie kam ihm offensichtlich die Rolle des Rohstoffproduzenten zu. Er hatte alles in seiner Hand: Die Gewinnung des Rohstoffs über dessen Verarbeitung bis hin zum Betrieb. Kürschner hatte Anteile am Bergbau und in der Schmelzmühle konnte er seine Erze verhütten und dann in der Drahtmühle verarbeiten lassen. Außerdem besaß er in Kupferberg die Badstube und Anteile an der Fleischbank am Markt. Als Konrad Kürschner älter wurde, fasste er um 1330 einen Plan: Er würde um sein Seelenheil willen ein Spital in Kupferberg gründen, das seine soziale Verantwortung zeigte und sein Ansehen auch noch posthum mehren würde. Der Unternehmer nutzte seine guten Kontakte zum Bischof von Bamberg als zuständigem Territorialherren und investierte aus eigenen Mitteln eine Menge Geld für sein Projekt. Die Verwaltung des Spitals sollte zunächst in den Händen der Familie Kürschner liegen und später auf den Stadtrat übergehen. Im Jahr 1337 waren die Arbeiten am Spitalgebäude wohl fertig. Eine Stiftungsurkunde vom 18. Februar 1337 ist erhalten, in der Konrad Kürschner dem Spital noch einmal Güter stiftet, um es wirtschaftlich auf gesunde Beine zu stellen. Diese Urkunde war wohl auch das Testament Konrad Kürschners – bei den genannten Gütern wird es sich um den Großteil seiner Besitzungen gehandelt haben. 1340 war der Bürger, Unternehmer und Spitalgründer bereits verstorben.
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