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Bistumsjubiläum 2007

1000 Jahre

Persönlichkeiten

Heinrich II. und Kunigunde

Persönlichkeiten

Eine ausführliche Version dieses Portraits wird im Begleitbuch (Buchvorstellung am 16. Mai 2006) der Wanderausstellung zum 1000jährigen Gründungsjubiläum des Bistums Bamberg erscheinen.

Kaiser Heinrich II. und Kunigunde

Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde
Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde

Kaiser Heinrich und seine Frau Kunigunde waren bereits zu Lebzeiten ein außergewöhnliches Herrscherpaar. Heinrich und Kunigunde waren beide gebildet – und sehr fromm. Beide traten für eine Kirchenreform ein, überzeugten durch eine konsequente kirchliche Haltung und ihren Stiftungseifer und versuchten, Frieden zu stiften.

Ausbildung Heinrichs

Heinrich, geboren um 973 bei Regensburg als Sohn des Bayernherzogs Heinrichs „des Zänkers“, wird zunächst von Bischof Abraham von Freising und seiner Mutter Gisela erzogen, besucht dann die Domschule in Hildesheim und wird dort auf eine geistliche Laufbahn vorbereitet. Ab 985 erzieht ihn sein Vater. Zu dieser Zeit kommt Heinrich bereits in Kontakt mit Bischof Wolfgang von Regensburg und Abt Romwold von St. Emmeran. Er lernt die klösterliche Reformbewegung aus Cluny und Gorze kennen und die damit verbundene Erneuerung des Klosterlebens und die äußere Unabhängigkeit der Klöster.

Hochzeit mit Kunigunde

Um 1000 heirateten Heinrich und Kunigunde. Die spätere Kaiserin stammte aus einer großen Familien in Luxemburg und erhält von Heinrich Bamberg als Hochzeitsgeschenk. Ihre Ehe, die kinderlos blieb, war offensichtlich von steter Zuneigung geprägt.

Der Weg zur Königskrönung

Der Weg Heinrichs vom Herzog von Bayern bis hin zum Kaiser war lange. Schließlich bewarb sich nicht nur Heinrich um die Nachfolge Kaiser Ottos III.. Neben ihm gab es unter anderem Herzog Hermann II. von Schwaben, Herzog Dietrich I. von Oberlothringen und den Salier Otto von Worms, die sich ebenfalls gute Chancen ausrechneten. Am Ende war es Heinrichs Chuzpé, die ihn zunächst in den Besitz der Reichsinsignien brachte: In Polling bei Weilheim wartete er auf den Leichenzug des toten Kaisers und brachte die Reichsinsignien samt der heiligen Lanze in seine Gewalt. Die heilige Lanze hatte eine besondere Bedeutung für Heinrich: Sein Urgroßvater König Heinrich I. hatte sie vom burgundischen König erhalten. Somit stellte die Lanze, in die ein Nagel vom Kreuz Christi eingelassen war, die direkte Verbindung vom Königstum seines Urgroßvaters zu Heinrich II. her. Heinrich zog nach Mainz, wo er am 7. Juni 1002 zum König gekrönt wurde; Kunigundes Krönung folgte am 10. August in Paderborn. Nun war die Ausgangslage nach den Krönungen Heinrichs und Kunigundes gut, um auch die letzten Gegner zum Einlenken zu bewegen. Als letzter unterwarf sich Herzog Hermann II. von Schwaben.

Heinrich stattet sein Bistum Bamberg aus

Den Plan, in Bamberg ein Bistum zu errichten, hegte Heinrich wohl schon sehr lange. In zähen Verhandlungen errang er sich die Zustimmung der Bischöfe von Würzburg und Eichstätt. Auch sein Bruder, der Augsburger Bischof Brun, sowie Kunigunde, um deren Morgengabe es ging, stimmten zu. Papst Johannes XVIII. machte das Bistum schließlich zu einer eigenständigen Diözese. Für die Errichtung des Bistums hatte Heinrich mehrere Gründe: Zunächst ging es dem kinderlosen Herrscher um sein Seelenheil und darum, nicht vergessen zu werden, außerdem um die Neuordnung des Obermain-Gebietes sowie die Slawen-Mission. Für das Motiv, trotz der kinderlosen Ehe nicht vergessen zu werden, spricht auch, dass Heinrich und Kunigunde 1005 mit bedeutenden Fürsten einen Totenbund schlossen. Jeder Teilnehmer verpflichtete sich, für die Seele des Verstorbenen zu beten, Almosen zu geben und Messen lesen zu lassen. Schon vor der Gründung 1007 wurde mit dem Bau des Domes begonnen. Noch am Tag der Gründung 1007 erhielt die neue Kirche zahlreiche Schenkungen und die Großzügigkeit des Kaiserpaares riss auch in den folgenden Jahren nicht ab – in der näheren Umgebung gehörten zu den Schenkungen Hallstadt, Forchheim, Fürth, Büchenbach und Herzogenaurach dazu, außerhalb der Bistumsgrenzen Besitzungen in Bayern, Kärnten, Schwaben, Thüringen, Sachsen und der Steiermark.

Das Reich der Franken erneuern

Heinrich verfolgte das Ziel, das Reich der Franken wieder herzustellen – nicht zuletzt mit Hilfe der Kirche. Die Probleme seiner Zeit sind augenfällig: Im Osten bedroht Polenherzog Boleslaw Chrobry fast zwei Jahrzehnte die Grenzen – und auch im Westen und Süden gibt es ähnliche Entwicklungen. Kunigunde scheint ihren Mann oft politisch beraten zu haben – und über ähnliche Fähigkeiten verfügt zu haben. Heinrich vertraute Kunigunde während seiner beiden Italien-Feldzüge 1004 und 1021/22 die Regentschaft über das Reich an.

Tod und Verehrung

Heinrich starb am 13. Juli 1024 in der Pfalz Grone bei Göttingen im Beisein von Kunigunde. Er wurde im Bamberger Dom bestattet. Sechs Wochen regierte Kunigunde daraufhin das Reich, bevor die Herrschaft an Konrad den Älteren, den Nachfolger Heinrichs, überging. Vom weiteren Leben Kunigundes ist nicht viel überliefert. Sehr unkonventionell für die damalige Zeit, trat die Kaiserinwitwe ein Jahr nach dem Tod Heinrichs in das Nonnenkloster Kaufungen ein, das sie selbst nach einer längeren Krankheit gegründet hatte. Sie starb am 3. März 1033 und wurde ebenfalls in Bamberg begraben.

Heinrich wurde 1146 heilig gesprochen, Kunigunde im Jahr 1200. Bis heute wird das fromme Herrscherpaar in Bamberg verehrt.

 
   
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