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Tipps bei Elternzeit und Sonderurlaub

1. Klärung der eigenen Ziele und Wünsche – Balance zwischen Beruf und Familie

Vater mit Kinderwagen
Bevor Sie mit Ihrem Vorgesetzten sprechen sollten Sie für sich ihre beruflichen Ziele klären. Natürlich ist es schwer sich in einer privaten Umbruchphase über den weiteren Berufsweg Gedanken zu machen. Aber die Mühe lohnt sich! Vielleicht könnte ein Ansatzpunkt sein, herauszufinden, was Ihnen bisher beruflich am meisten Freude gemacht hat. Daran anknüpfend ist es einfacher, sich vorzustellen, welche Wünsche Sie für ihren weiteren Berufsweg haben. Im Hinblick auf die Betreuung von Kindern macht es die Elternzeit Vätern und Müttern leichter, eine individuelle Arbeitsteilung in der Familie und eine individuelle Betreuungslösung für die ersten Lebensjahre des eigenen Kindes zu finden. Viele Väter und Mütter suchen nach einer richtigen Balance in ihrem Leben. Sie wollen für ihr Kind da sein, wollen aber auch ihre beruflichen Ziele im Auge behalten.

Bei der Entscheidung im Hinblick auf diesen Balanceakt zwischen Beruf und Familie spielen für Frauen und Männer, auch wenn sie über die Pflege von Angehörigen nachdenken, viele Aspekte eine Rolle:

  • Existenzsicherung – finanzielle Gründe
  • Freude am Beruf
  • Anerkennung durch Berufstätigkeit
  • Aufrechterhalten der beruflichen Kompetenz
  • Wunsch nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen familiären und beruflichen Anforderungen

Natürlich sind aber immer auch Vorbilder aus der Familie oder dem sonstigen sozialen Umfeld wichtig. Welche Modelle im Hinblick auf die Betreuung von Kindern und im Hinblick auf die Aufteilung von partnerschaftlichen Aufgaben habe ich kennengelernt? Welche Ideale habe ich im Hinblick auf die Pflege von Angehörigen? Möchte ich es genauso machen oder anders? Das Entscheidende ist, den eigenen Weg zu finden, sich nicht nach den vermeintlichen Interessen der Anderen zu richten sondern einen Weg zu suchen, der für Sie, für Ihre/n Partner/-in und Ihre momentane (familiäre) Situation passend ist. Wenn Sie in diesem Entscheidungsprozess Beratung und Unterstützung suchen, wenden Sie sich bitte an die Adressen unter dem Register Kontakt.

2. Gespräch mit dem Vorgesetzten

Wenn Sie sich über Ihre Wünsche klar sind, empfiehlt es sich vor dem „Ausstieg“ im Gespräch mit dem Vorgesetzten zu klären, was davon umsetzbar ist. Der Leitfaden zum Rückkehrgespräch kann für dieses Gespräch Orientierung bieten. Wenn Sie möchten, können Sie zu diesem Gespräch auch die Gleichstellungsbeauftragte hinzuziehen.

3. Kontakt halten mit den früheren Kollegen/-innen

Durch das Patenschaftsprogramm soll sicher gestellt werden, dass der Kontakt zwischen Elternzeitler/-in bzw. Sonderurlauber/-in und Dienststelle gepflegt wird. Es wäre aber sehr sinnvoll, nicht nur darauf zu warten, dass der/die Pate/Patin auf Sie zukommt sondern selbst aktiv zu werden. Sie erleichtern sich einen späteren Wiedereinstieg ungemein, wenn Sie organisatorische und inhaltliche Veränderungen nicht erst kurz vor dem neuen Arbeitsbeginn erfahren. Wenn Sie ab und zu an Veranstaltungen teilnehmen oder mit früheren Kollegen/-innen telefonieren, rufen Sie sich damit zudem immer wieder in Erinnerung.

4. Fachlich auf dem Laufenden bleiben

Natürlich müssen Sie nicht während einer Elternzeit oder einer Pflegezeit alle Gesetzesänderungen, Neuerungen, Fachzeitschriften o. ä. lesen und verinnerlichen. Aber ein Interesse, ein Wahrnehmen, in welchen Bereichen sich Veränderungen andeuten, erleichtert den beruflichen Wiedereinstieg deutlich. Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten, um sich auch zu familienfreundlichen Zeiten zu informieren. Wer es ermöglichen kann, kann natürlich auch während der Auszeit an relevanten Fortbildungen in der Abteilung teilnehmen und bleibt so noch viel besser am Ball.

5. Nach der Elternzeit, nach dem Sonderurlaub: Stärken/Schwächen/Analyse

Nach der Elternzeit oder nach dem Sonderurlaub ist eine ehrliche Bestandsaufnahme hilfreich:

  • Welche Qualifikationen habe ich durch die Elternzeit/den Sonderurlaub hinzugewonnen?
  • Welche habe ich verloren?
  • Wo brauche ich eine Einweisung oder Fortbildung?
  • Was sind momentan meine beruflichen Stärken und Schwächen?

Diese Gedanken sind vor einem Gespräch mit dem Vorgesetzten sehr sinnvoll und erleichtern die Planung der Einarbeitungsphase.

6. Abklären der Kinderbetreuung/Aufbau eines Auffangnetzes

Wenn Sie aus einer Elternzeit zurück in den Beruf kommen, ist eine der wichtigsten Fragen, die sich Mütter und Väter stellen: Wird mein Kind während meiner beruflichen Tätigkeit möglichst gut betreut? Auch wenn eine Kindergarten- oder Hortplatz zur Verfügung steht (siehe Listen der KITAS), gibt es noch andere Hürden zu nehmen.

Was passiert im Falle von Krankheit der Kinder? Was machen Sie, wenn in der Schule Unterricht ausfällt, wenn der Kindergarten am Brückentag schließt o.ä.? Zum einen sollten sie über Ihre Rechte gut informiert sein, siehe auch nachfolgende ausführliche Rechtstipps. Zum anderen empfiehlt es sich, sich ein Auffangnetz aufzubauen: Gibt es zum Beispiel andere berufstätige Väter oder Mütter im Kindergarten, mit denen Sie sich beim Abholen abwechseln könnten? Haben Sie nette Nachbarinnen oder Nachbarn, die zur Not einmal einspringen? Können Sie für Abendtermine eine/n Babysitter/-in organisieren? Ist Ihre Tagesmutter flexibel und nimmt das Kind auch einmal an einem anderen Tag?

Auch wenn keine Großeltern vor Ort sind, ist es möglich, sich ein solches Netz aufzubauen. Nur dann können sich Väter und Mütter beruhigt ganz auf die Arbeit konzentrieren.

Und noch etwas: Kinder von Eltern, die beide gerne berufstätig sind, haben viele Vorteile: Sie haben zufriedene Eltern. Sie dürfen selbständiger werden. Sie können viele soziale Kontakte mit Gleichaltrigen machen, die ihre Entwicklung fördern. Sie haben in Ergänzung zu den Eltern noch andere liebevolle Bezugspersonen, von denen sie andere Dinge lernen können…

7. Rückkehrgespräch

Spätestens drei Monate vor dem Wiedereinstieg sollten Sie wieder das Gespräch mit dem/der jeweiligen Dienstvorgesetzten suchen. In diesem Gespräch werden dann die genauen Absprachen getroffen und ein Einarbeitungsplan festgelegt. Als Orientierung steht wieder der Leitfaden des Rückkehrgesprächs zur Verfügung. Wenn Sie möchten, können Sie zu diesem Gespräch auch die Gleichstellungsbeauftragte hinzuziehen.

8. Sich selbst Zeit geben und Hilfen annehmen

Wichtig ist auch beim Wiedereinstieg, dass Sie sich selbst Zeit geben, um sich in Ihrem Arbeitsbereich wieder ganz souverän zu fühlen. Je länger die berufliche Pause war und je anspruchsvoller ein Aufgabengebiet ist, desto länger wird es dauern, bis Sie wieder voll eingearbeitet sind. Fragen zu stellen, die Kollegen/Kolleginnen um Hilfe zu bitten, bei dem Paten/bei der Patin um Rat fragen – das alles gehört dazu. Und nicht zuletzt: Wenn Sie merken, dass etwas nicht klappt, dass Sie unter Druck geraten, Konflikte auftreten, die Sie alleine nicht lösen können – dann scheuen Sie sich nicht, Hilfen in Anspruch zu nehmen. Manchmal kann es ein Gespräch mit dem/der Vorgesetzten sein, manchmal ein Gespräch mit der zuständigen Mitarbeitervertretung, manchmal eine Beratung bei der Personalentwicklerin oder bei der Gleichstellungsbeauftragten, siehe auch Kontakt.