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Kardinal Joseph Ratzinger zum neuen Papst Benedikt XVI. gewählt

Seit 480 Jahren ist erstmals wieder ein Deutscher in die Nachfolge des heiligen Petrus gewählt worden. Die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle bestimmten Kardinal Joseph Ratzinger zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche. Ratzinger, der aus Marktl am Inn in Bayern stammt, gab sich den Namen Benedikt XVI.

18.47 Uhr am Dienstag war es, als Ratzinger, über den einmal ein Theologe sagte, seit Martin Luther habe kein Deutscher die Kirche so sehr geprägt wie der Mann aus Bayern, den Balkon des Petersdom betrat, der Menge zuwinkte und seinen ersten Segen erteilte. Endgültig große Sympathien erwarb er sich mit dem Beginn seiner Ansprache, als er noch einmal mit den Worten „Nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben die Kardinäle mich gewählt, einen einfachen bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn“ den verstorbenen Pontifex würdigte.

Ratzinger stellt sich in die Nachfolge von Johannes Paul II., was auch in seiner Predigt zu Beginn des Konklave deutlich wurde. Die Kirche müsse mit der Kraft des Glaubens dem Zeitgeist trotzen: „Es wird oft als Fundamentalismus bezeichnet, wenn man einen klaren Glauben auf den Grundlagen der Kirche vertritt, während der Relativismus, also das Hin- und Hertreiben in jedwedem Wind der Doktrinen, als einzige Haltung dargestellt wird, die heute Gültigkeit hat.

Benedikt XVI. ist der achte deutsche Papst und wurde in einem der kürzesten Konklave aller Zeiten gewählt. Gerade einmal 24 Stunden dauerte es, bis weißer Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle aufstieg.

Der Deutsche, der jetzt oberster Kirchenführer von weltweit über einer Milliarde Katholiken ist, wurde 1927 als Sohn eines Gendarmeriemeisters in Marktl am Inn geboren. 1951 wurde er nach Absolvierung eines Theologie- und Philosophiestudiums zum Priester geweiht. Im Alter von nur 30 Jahren habilitierte er und wurde Dogmatik-Professor an der Freisinger Hochschule. Später lehrte er dann, der Wissenschaft verpflichtet, in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg. 1977 berief ihn Papst Paul VI. zum Erzbischof von München und Freising , wenig später wurde er Kardinal.

1981 rief ihn Papst Johannes Paul II: nach Rom. Kein anderer war für den Posten des Präfekten der Glaubenskongregation so sehr geeignet, wie der oberbayerische Denker. Mit Papst Johannes Paul II. sprach Ratzinger Deutsch, auch sonst lagen sie sich inhaltlich sehr nahe. In vielen Ländern eilte Kardinal Ratzinger der Ruf eines „Bewahrers“ voraus, was in Zeiten des dramatischen gesellschaftlichen Wandels sehr viel Anerkennung beinhaltete.

Jürgen Eckert

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