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Annahme der Papstwahl

Der Kardinaldekan fragt den Gewählten, ob er die Wahl annimmt. Bei Bejahung wird er gefragt, welchen Namen er annimmt. Der Zeremonienmeister fertigt darauf ein Dokument. In diesem Moment wird die absolute Vollmacht des neuen Papstes wirksam. Er bedarf keiner förmlichen Inthronisation oder Einsegnung. Als Bischof von Rom wird er allerdings in der Regel am darauf folgenden Sonntag feierlich in sein Amt eingeführt im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes in oder vor der vatikanischen Basilika.

Ist der Gewählte bereits Bischof, so besitzt er mit der Annahme der Wahl die Fülle der päpstlichen Vollmacht. Wird ein Nicht-Bischof gewählt, muss er unverzüglich zum Bischof geweiht werden und erlangt erst mit dieser Weihe die päpstlichen Vollmachten, d.h. das Papstamt ist verknüpft mit dem Amt des Bischofs von Rom (Petrinische Sukzession).

Die Wahlzettel werden jetzt weiß verbrannt („weißer Rauch“). Allerdings steht von den „Rauchsignalen“ nichts mehr in der neuen Wahlordnung; sie gelten ohnehin als folkloristisches Element und es ist offen, ob man sie weiter verwendet. Die Kardinäle erweisen dem Gewählten ihre Huldigung (Handkuss und Umarmung) und versprechen ihm Gehorsam. Der Camerlengo steckt dem neuen Papst den Fischerring an. Es folgt ein Dankgebet. Der Kardinaldiakon geht zur Benediktionsloggia von St. Peter und verkündet den Wartenden auf dem Petersplatz das Ergebnis „Habemus papam ... Wir haben einen Papst.“ (d.h. die stattgefundene Wahl , den Namen des bisherigen Kardinals und den neuen des Papstes).

Der neue Papst hat inzwischen mit Hilfe des Zeremonienmeisters in einem Nebenraum die päpstlichen Gewänder angelegt, die in drei Größen bereitgelegt waren. Er begibt sich ebenfalls zur Benediktionsloggia und erteilt nach einer kurzen Ansprache seinen ersten Segen „urbi et orbi“. (Sollte der Gewählte noch kein Bischof gewesen sein, müsste vor Bekanntgabe erst die Bischofswahl erfolgt sein, dies würde der Kardinaldekan übernehmen.) 

Quelle. W. Kaltefleiter (www.kath.de)

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