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Bezug zur Schöpfung und zum Wort Gottes

Zum Jahr der Bibel 2003: Bibelgarten im Innenhof des Klosters Michaelsberg in Bamberg eröffnet

Mit allen Sinnen die biblische (Pflanzen-)Welt erkunden, über die Botschaft Gottes nachdenken und sich über die mannigfaltige Gestaltung und Buntheit der Schöpfung Gottes freuen – dazu lädt der Bibelgarten ein, der im Innenhof des Klosters Michaelsberg in Bamberg eröffnet wurde. In den zehn Abteilungen des Bibelgartens werden insgesamt 49 verschiedene Pflanzen vorgestellt.

„Zu den Texten der Bibel gibt es sicherlich unterschiedliche Zugänge. Als Schöpfungsinteressierte haben wir uns im Jahr der Bibel mit Textstellen der Bibel befasst, die Pflanzen benennen. Wir entdeckten dabei hoffnungsfrohe Bibelstellen“, so der Umweltbeauftragte des Erzbistums Bamberg, Franz-Josef Rother, und Diplom-Biologin Beate Bugla im Vorwort zu einem Flyer, der zum Bibelgarten herausgegeben wurde.

So war schnell die Idee geboren, Pflanzen der Bibel für die Menschen von heute in einem kleinen Garten anschaubar, riechbar und anfassbar zu machen. Und es waren schnell Helfer gefunden, die die Idee in die Tat umsetzten, beispielsweise Mitarbeiter des Gartenbauamtes der Stadt Bamberg, die den bisherigen Grünstreifen in Beete verwandelten und vor allem Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Domschule Bamberg. „Der Besucher hier auf dem Michaelsberg hat jetzt die Möglichkeit, einen Bezug zu Gottes Schöpfung und gleichzeitig auch zum Wort Gottes zu bekommen“, sagte Franz-Josef Rother in seiner Begrüßung. „Egal welchen Zugang man nimmt, es kommt immer etwas Tolles dabei heraus.“

Und dass sich die Kinder mit ihrem Garten, den sie vor kurzem bei strömendem Regen anlegten, auch wirklich identifizieren, zeigten sie, als sie in den Innenhof des Klosters kamen. Sie stürmten sofort auf die Beete los und suchten die Pflanzen, die sie eingepflanzt hatten. „Mensch, die ist ja schon richtig gewachsen“, staunte beispielsweise ein Junge. „Die hier habe ich gepflanzt“, meinte ein Mädchen und zeigte die Blume stolz ihrer Mutter. Die Jungen und Mädchen waren es auch, die die Pflanzen gemalt hatten, die auf den einzelnen Schildern im Garten zu sehen sind. Die besten Bilder wurden eingescannt und verzieren jetzt die Hinweisschilder. Die Originale sind in einer kleinen Ausstellung in St. Michael zu sehen.

Dass die Anlage eines Bibelgartens nichts alltägliches ist, machte Bambergs Oberbürgermeister Herbert Lauer in seiner Ansprache deutlich und dankte in diesem Zusammenhang allen, die zur Realisierung beigetragen haben. Auch stellte Lauer eine Verbindung zwischen dem Bibelgarten im Innenhof und dem Himmelsgarten her, der nur wenige Schritte entfernt an der Decke der Michaelskirche zu sehen ist. „Hier wird der inhaltliche Faden aufgenommen und mit dem Bibelgarten weitergesponnen“, so der Oberbürgermeister. „Wenn man von Gärten, Kräutern und Pflanzen hört, denn sollten wir als Christen auf den schauen, der alles geschaffen hat“, konstatierte Regionaldekan Dompfarrer Dr. Gerhard Förch, der auch für seinen evangelischen Amtskollegen, Dekan Otfried Sperl sprach. Und mit Blick auf die Jungen und Mädchen sowie auf die Pflanzen meinte Förch: „Schauen wir immer auch auf das Kleine; dann sehen wir die vielen Hinweise darauf, dass Gott uns liebt und für uns sorgt.“

Im Bibelgarten selbst sind Pflanzen von „A“ wie Akelei bis „Z“ wie Zichorie zu finden. Im Handzettel, den es vor Ort gibt, sind alle Pflanzen samt ihrer Bibelstelle, Symbolik und Heilwirkung näher erläutert. Pflanzen, die auch die Decke der Michaelskirche schmücken, sind mit einem Stern gekennzeichnet. Zudem wird der besondere Reiz der Pflanzendecke der Michaelskirche mit einem eigenen Pflanzbeet gewürdigt.

Andreas Kuschbert