Bücher der Bibel
Johannes
Gegen Ende des ersten Jahrhunderts entstand irgendwo südlich von Damaskus das vierte Evangelium. Eine Gruppe von Christen mehrerer Gemeinden hat dieses Werk geschaffen. Hintergrund war eine Auseinandersetzung. Die christlichen Gemeinden in diesem Gebiet mussten sich gegen scharfe Anfragen der ebenfalls dort wohnhaften Juden verteidigen. Inmitten dieses Konfliktes stand die Frage nach der Vollmacht Jesu. So stellt das Johannesevangelium in sieben Bildreden und sieben „Zeichen“ die ausschließliche Autorität des Messias Jesus Christus dar. Glanzpunkt der Offenbarung des Messias ist paradoxerweise gerade die Passion. In diesem Evangelium begegnet uns kein vom Leid gequälter Jesus wie bei Markus.
Der Gekreuzigte ist der Erhöhte, zu dem alle aufschauen. Auch das Weltbild des Johannesevangeliums unterscheidet sich wesentlich von den anderen Evangelien: Dem „Reich des Vaters“ steht die vom Satan bedrohte „Welt“ gegenüber. Die rettende Verbindung zwischen beiden stellt der vom Vater Gesandte, Jesus Christus her. Allerdings kann der einzelne Christ nur sehr begrenzt von dieser Kraft Gebrauch machen. In vollem Umfang kommt sie erst zur Entfaltung, wenn die Christen eins sind.
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