Erzbischof Gottesdienste Veranstaltungen Anfahrtsskizzen
  Druckversion   Seite versenden
 Text
1. Impuls

„Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort?
Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.
Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben.
Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.
Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter.
Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.
Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.
Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?
Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat.
Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!“ (Lk 10, 25-37)

Wenn wir wissen wollen, was christliche Spiritualität ist, dann haben wir hier die Antwort. Es geht um eine zweifache Liebe.
Die Liebe zu Gott will mich ganz, mit Leib und Seele, mit allen Gedanken und ganzer Kraft. Es ist eine Liebe, die Antwort gibt auf die Liebe Gottes zu mir.
Die Liebe zum Menschen ist demgegenüber nüchterner. So, wie mir selbst, soll ich den anderen begegnen, nicht unkritisch, aber akzeptierend. Jeder darf zu seinem Recht kommen. Jeder darf Hilfe erwarten, so wie ich auch.
„Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“, heißt dasselbe im Mattäus-Evangelium.

Die Samariter-Geschichte ist eine Provokation. Welchen Rahmen will Gott bei mir heute sprengen, welche Grenze mir überwinden helfen?

1. Impuls (05.03.07 bis 10.03.07) (26 KB)
Eingestellt von
Jürgen Eckert
eckert@erzbistum-bamberg.de
Eingestellt am: 14.02.2007 15:41
  Zurück zur Übersicht