Beten ist Beziehung zwischen mir und Gott, Beten ist Dialog mit Worten oder ohne. Wir sahen, dass wir mit uns selber anfangen dürfen, damit, wie es uns geht und wonach wir uns sehnen. Das sagen wir Gott, zeigen es ihm, legen es vor ihn hin ... In einem zweiten Schritt hören wir auf Gott, indem wir lesen, was in einer Bibelstelle steht. Wir setzen unser Vorstellungsvermögen ein, um zu sehen, zu hören oder zu fühlen. Wir suchen unseren Platz in der Wirklichkeit der Schriftstelle und bringen dadurch zugleich Gottes Wort in unser Leben, übersetzen es in unsere Wirklichkeit. Dieses dialogische Geschehen wird im dritten Schritt noch einmal intensiviert. „Das Gespräch wird gehalten, indem man eigentlich spricht, so wie ein Freund zu einem anderen spricht oder ein Knecht zu seinem Herrn“, lautet die Anweisung bei Ignatius. Die Schriftstelle hat ihre Rolle gespielt und tritt nun in den Hintergrund. Der Kontakt zu Gott (oder zu Jesus, den ich mir eher vorstellen kann, oder in der Kraft des Gottesgeistes) ist freundschaftlich, von Vertrauen geprägt, respektvoll und intim zugleich. Und er ist Mitteilung von beiden Seiten. Ich spreche, drücke mich aus, lege dar ... Ich halte inne, vernehme, lasse mir zeigen ... Und wie bei guten Freunden, bei Menschen, die miteinander vertraut sind, ist da oft auch Verstehen ohne Worte, Freude am stillen Beisammensein. |