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Tipp zum Beten

„Wäre es denn in Ordnung, wenn ein Bischof einsam leben wollte wie ein Kartäuser? Oder wenn Verheiratete sich so wenig um Geld kümmerten wie die Kapuziner? Kann ein Handwerker den ganzen Tag in der Kirche verbringen, wie die Mönche es tun? Dürfen andererseits Mönche aus beschaulichen Orden jedermann zur Ver-fügung stehen, wie es der Bischof tun muss?“, so fragt der hl. Franz von Sales in seiner „Philothea“ und gibt selbst die Antwort: „Eine solche Frömmigkeit wäre doch lächerlich, ungeordnet, ja unerträglich.“ Wir sagen heute statt Frömmigkeit vielleicht lieber Spiritualität. Aber das Gemeinte ist noch so richtig wie damals.

Lesen wir weiter: „Nein, echte Frömmigkeit verdirbt nichts; im Gegenteil, sie macht alles vollkommen. Verträgt sie sich nicht mit einem rechtschaffenen Beruf, dann ist sie gewiss nicht echt.“ Umgekehrt wird „jeder Mensch wertvoller in seinem Beruf, wenn er die Frömmigkeit damit verbindet. Die Sorge für die Familie wird friedlicher, die Liebe zum Gatten echter, der Dienst am Vaterland treuer und jede Arbeit angenehmer und liebenswerter.“

Obwohl das vor vierhundert Jahren geschrieben wurde, ist es unmittelbar einleuchtend. Also heißt es Abschied nehmen von allen Standardisierungen, Maßeinheiten und Idealvorstellungen. Es kann für das Beten kein Einheitsmaß und keine Einheitsform geben. Oder um es mit Jesus zu sagen: Das Gebet ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Gebet.

Tipp zum Beten (08.01.07 bis 13.01.07) (26 KB)
Eingestellt von
Jürgen Eckert
eckert@erzbistum-bamberg.de
Eingestellt am: 10.01.2007 12:03
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