„Sie sagten zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger aber essen und trinken. Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, so lange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; in jenen Tagen werden sie fasten. Und er erzählte ihnen auch noch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid; denn das neue Kleid wäre zerschnitten, und zu dem alten Kleid würde das Stück von dem neuen nicht passen. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Denn der neue Wein zerreißt die Schläuche; er läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuen Wein muss man in neue Schläuche füllen.“ (Lk 5, 33-38) Die Antwort Jesu auf die kritische Anfrage nach dem Fasten lautete vermutlich ursprünglich: Hochzeitsgäste können doch nicht fasten. Das ist unmittelbar einsichtig. Was wäre das für eine Hochzeit, bei der die Gäste fasteten? Seit sich in Jesus die Liebe Gottes so deutlich gezeigt hat, ist unser Leben zu einer Hoch-Zeit geworden. Es mag gute Gründe geben zu fasten. Aber das soll nicht unsere Lebenshaltung bestimmen. Die darf geprägt sein von Freude und Fest. Das ist das Neue, das nicht mehr zum Alten passt, nicht zum alten Kleid und nicht zum alten Weinschlauch. Machen wir nicht wieder eng, was eigentlich weit sein soll. Dann werden wir auch irgendwie erlöst ausschauen, wir Christen. |