KarfreitagDer Name Karfreitag kommt vom althochdeutschen kara (=Trauer, Klage). Er ist in vielen Gemeinden ein Tag sehr dichten liturgischen Geschehens: In manchen Gemeinden werden Elemente des Stundengebets gemeinsam gefeiert. So lässt sich der letzte Tag des irdischen Lebens Jesu in Abschnitte gliedern, die eine lebendige Beziehung zum leidenden Herrn schaffen. Am Vormittag gehen viele Menschen Jesu letzte Wegstrecke in Kreuzwegandachten nach: Die Erfahrungen Jesu damals sind oft unseren Kreuzweg-Erfahrungen heute ähnlich. So dürfen wir in unserem Leid und unserer Ohnmacht Jesus begegnen. Jesus geht auch heute noch unsere „Kreuzwege“ mit. Der Höhepunkt des Karfreitags ist die Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn, in fast allen Gemeinden um 15 Uhr gefeiert, der Todesstunde Jesu. Der Ablauf dieses Gottesdienstes ist folgender: - Eröffnung mit Prostratio
(Priester und Altardienst liegen ausgestreckt auf dem Boden und schweigen) und Eröffnungsgebet. - Wortgottesdienst
(Lesungen:Jes.52,13-53,12; Hebr. 4,14-16; 5,7-9; Passion nach Johannes 18,1-19,42; Predigt; Große Fürbitten) Der Evangelist Johannes zeigt in seiner Fassung der Leidensgeschichte besonders auf wer dieser Jesus im Glauben der österlichen Gemeinde ist: Jesus ist der Erhöhte, der souverän die Stationen seines Leidens durchschreitet. Er ist der wahre König. Jesus nennt den Grund seiner Souveränität: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“ (Joh 18,36). Er schließt sein irdisches Leben mit den Worten „Es (=das Werk der Erlösung) ist vollbracht“. Die Großen Fürbitten des Karfreitags wenden sich an den Vater, bei dem der erhöhte Herr durch dessen Erlösungstat seinen Platz gefunden hat. Möglichst umfassend wird in diesem langen Gebetsteil für die ganze Kirche und die Welt gebetet. - Kreuzverehrung
Dieser Feierteil ist geprägt vom Ruf der Kreuzerhebung: „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt.“ - „Kommt, lasset uns anbeten.“ Verehrt wird das Kreuz nicht als Zeichen der Schmach und Schande, sondern als Sinnbild für unser Heil und unsere Befreiung. Denn Gottes Liebe ist mächtiger als der Tod: „Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung preisen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt.“ - Kommunionfeier
In schlichter Form wird das konsekrierte Brot, das am Gründonnerstag für den Karfreitag aufbewahrt wurde, herbeigebracht. Auch am Karfreitag ist es sinnvoll, die Hingabe Jesu an uns im Zeichen der ausgeteilten und empfangenen Eucharistie zu feiern. Denn gerade an diesem Tag gilt für uns der Satz: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für die Welt hingab.“ (nach Joh 3, 16) In sinnfälliger Weise kann das durch die Kommunion erlebbar werden. - Schluss- und Segensgebet
Nach dem Schluss- und dem Segensgebet geht die Gemeinde schweigend auseinander, getroffen durch das Geschehen, in das sie durch die Karfreitagsliturgie erinnernd einbezogen wurde.
In vielen Kirchen hat sich die Tradition des „Heiligen Grabes“ erhalten. Ein Seitenaltar oder eine eigene Kapelle sind als „Grab Jesu“ geschmückt. Andachten, zum Beispiel zu den „Sieben Worten Christi am Kreuz“ oder die Komplet am Abend bilden den Abschluss für den Gedächtnistag des Todes unseres Herrn. 
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