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Fronleichnam

(Fron=Herr; Leichnam = der lebendige Leib)

Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen. Es wurde im Hochmittelalter durch Papst Urban IV. in das liturgische Jahr eingefügt (1264 n. Chr.). Eine Prozession an Fronleichnam ist erstmals für Köln bezeugt (zwischen 1274 und 1279 n. Chr.). Der Donnerstag als Festtag verweist auf den Gründonnerstag, als den Tag des Abschiedmahles Jesu bzw. der Einsetzung der Eucharistie. Texte und Lieder des Fronleichnamsfestes tragen die Handschrift des Theologen Thomas von Aquin, z. B. „Sakrament der Liebe Gottes“ (GL 542), Gottheit tief verborgen“ (GL 546), „Deinem Heiland, deinem Lehrer“ (GL 870, Diöz. Bbg.), etc.

Das Fronleichnamsfest entstand auf dem Hintergrund, dass die Begegnung mit Christus weniger im Vollzug der Feier gesucht wurde, sondern im Schauen der eucharistischen Gestalten. Wenn heute die konsekrierte Hostie - allen sichtbar - in einem kostbaren Schaugerät (=Monstranz) mitgeführt wird, dann bezeugt die Gemeinde: „Mit uns zieht immer unser Gott, der uns als wanderndes Gottesvolk auf unserem Weg zur ewigen Stadt stärkt mit seinem Brot, das er selber ist.“ Ausgangspunkt der Prozession ist immer die Eucharistiefeier, Quelle der Liebe und der Einheit (mit Christus und untereinander).