Erzbistum legt spürbar gekürzten Haushalt vor Haushalt 2005: 130 Millionen Euro – 8,2 Millionen weniger als im Vorjahr – Ausgleich nur durch Entnahme von Rücklagen Einen gegenüber dem Vorjahr erneut spürbar reduzierten Haushalt hat der Diözesansteuersausschuss des Erzbistums Bamberg für 2005 beschlossen. Der neue Haushalt der Erzdiözese umfasst eine Gesamtsumme von 130 Millionen Euro. Das sind über acht Millionen Euro oder 5,9 Prozent weniger als 2004. Der Haushalt konnte nur ausgeglichen werden durch eine Entnahme von 14,5 Millionen Euro aus Rücklagen. Die Steuerreform, die hohe Arbeitslosigkeit und die demografische Entwicklung sorgen dafür, dass die Kirchensteuereinnahmen drastisch zurückgehen. Zur Zeit läuft ein Konsolidierungsprozess, nach dem bis zum Bistumsjubiläum 2007 wieder ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden soll. Die Erzdiözese Bamberg liegt bundesweit bei den finanziell gefährdeten Bistümer im oberen Drittel, wie Finanzdirektor Prälat Herbert Hauf bei einem Pressegespräch mitteilte. Nach wie vor bleiben Eckpunkte bei den Ausgaben die Seelsorge, soziale Dienste sowie Schule und Bildung. Für die Seelsorge an den Menschen in der Erzdiözese Bamberg wird mit insgesamt 72,3 Millionen Euro (55,6 %) ein großer Teil der Finanzmittel ausgegeben. Für soziale Dienste sind 18,8 Millionen Euro (14,4 %) vorgesehen. Da viele Einrichtungen vor Ort wie Pfarreien, Kindergärten, Jugendhäuser, Verbände kaum in der Lage sind, ihre Ausgaben durch ihre eigenen Einnahmen und Eigenmittel zu decken, werden sie aus Kirchensteuermitteln gefördert. Für Schule und Bildung sind 15,6 Millionen Euro (12 %) eingeplant. Auch für gesamtkirchliche Aufgaben wie die Unterstützung von Hilfswerken, für die Mission und für Unterstützung der Kirche im Osten werden Mittel in Höhe von 9,9 Millionen Euro (7,2 %) bereitgestellt. Seelsorge braucht Menschen. Vor allem in 367 Gemeinden im Erzbistum. Ob im Ballungsraum Nürnberg-Erlangen, in den vielen ländlichen Diasporagebieten oder im Frankenwald. Insgesamt betragen die Personalkosten einschließlich der Verwaltung 78,1 Millionen Euro und beanspruchen somit allein 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel. Nach Hauf machen allerdings die Personalkosten bereits 78 Prozent aus, da auch indirekt versteckt in den Zuschüssen Personalausgaben enthalten sind. Eine Entlastung erfährt der Haushalt durch die Umgliederung der Ruhestandsbezüge der Geistlichen. 2004 waren dies über 4 Millionen Euro. Diese Leistungen und Zahlungen werden ab dem Jahr 2005 über die Emeritenanstalt abgewickelt. Bei der Vorstellung des Haushalts machte Finanzdirektor Hauf darauf aufmerksam, dass auch weiterhin trotz äußert angespannter Haushaltslage investiert werde und so heimische Baufirmen unterstützt werden. Allerdings könne der Sanierungsbedarf bei weitem nicht gedeckt werden. Zuschüsse erfordern Renovierungen von Kirchen in Höhe von 4,8 Millionen Euro. Neubauten von Pfarr- und Jugendheimen in Hollfeld, Kirchschletten und Schlüsselfeld werden mit 1,2 Millionen Euro bezuschusst. Erweiterungen und Umbauten von Pfarr- und Jugendheime schlagen mit 2,4 Millionen Euro zu Buche. Für den Bauunterhalt und für Umbauten an Schulen in eigener Trägerschaft entstehen Kosten von 650.000 Euro. Ein Schwerpunkt im Bauhaushalt stellen Neubauten und Renovierungen von Altenwohnheimen dar: sie werden mit 3,2 Millionen Euro gefördert. Knapp 78 Prozent aller Einnahmen erbringen die Katholiken der Erzdiözese Bamberg durch ihre Kirchensteuerzahlungen. Darüber hinaus werden beträchtliche Gelder für die Not in aller Welt gegeben. So wurden für Aktionen wie Sternsinger, Adveniat, Misereor, Renovabis oder Weltmission 3,4 Millionen Euro gespendet. 
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