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Verabschiedung von Generalvikar Albrecht und Einführung von Generalvikar Kestel, Klemens-Fink-Zentrum, 1. April 2006

Prälat Alois Albrecht (re.) wünschte seinem Nachfolger Msgr. Georg Kestel für seine Aufgaben als Generalvikar alles Gute und Gottes Segen.
Prälat Alois Albrecht (re.) wünschte seinem Nachfolger Msgr. Georg Kestel für seine Aufgaben als Generalvikar alles Gute und Gottes Segen.
1.
Nachdem ich Sie alle begrüßt habe, folgt nun die Verabschiedung von Herrn Generalvikar und Domdekan Albrecht. Da nach mir Herr Dompropst Weihbischof Werner Radspieler für das Domkapitel, Herr Galster für den Diözesanrat, Herr Rother für die Mitarbeitervertretung und Herr Oberbürgermeister Lauer für das öffentliche Leben sprechen werden, kann ich mich auf das Amt des Generalvikars beschränken, das Apostolischer Protonotar Alois Albrecht mehr als 15 Jahre ausgeübt hat.

Ich darf auch für meine beiden Vorgänger, Erzbischof Elmar Maria Kredel, der heute leider nicht dabei sein kann und Erzbischof Karl Braun, der unter uns ist, sprechen.

2. Der Generalvikar ist gemäß der kirchlichen Ordnung in besonderer Weise mit dem Bischof verbunden und bei der Leitung der Diözese sein engster Mitarbeiter. Deshalb wird er „alter ego“ – das andere Ich des Bischofs genannt.

Für diesen Dienst des Generalvikars möchte ich jetzt Abschiedsworte sagen.
„Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen“, so hat der Schriftsteller Theodor Fontane geschrieben. Das ist richtig und verpflichtend. Abschiedsreden sollen nicht lange sein. Das gilt auch jetzt für mich, zumal unser verehrter Prälat Alois Albrecht bei uns bleibt und auch weiterhin für die Erzdiözese tätig sein wird.

3. „Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen“, dieses Wort von Theodor Fontane kann man aber auch noch anders deuten, nämlich: Abschiedsworte müssen wie Liebeserklärungen sein, d. h. sie sollen Gutes und „Liebes“ sagen, ohne Schmäh und Unwahrhaftigkeit. Das fällt mir jetzt nicht schwer! Der Priester Alois Albrecht wurde im 54. Lebensjahr und 28. Priesterjahr nach der Zeit als Kaplan, Diözesanjugendseelsorger, Pfarrer in zwei Pfarreien und nach drei Jahren mit verschiedenen Aufgaben im Ordinariat, am 1. November 1990 von Erzbischof Dr. Elmar Maria Kredel zum Generalvikar ernannt. 1994 trat Erzbischof Kredel aus Gesundheitsgründen zurück. Nach über einem Jahr Vakanzzeit, in der Prälat Alois Albrecht als Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators Weihbischof Werner Radspieler fungierte, trat Bischof Dr. Karl Braun den Dienst des Erzbischofs von Bamberg an und ernannte Prälat Alois Albrecht auch zu seinem Generalvikar. Von 1995 bis 2001 war er das „alter ego“ – das andere Ich von Dr. Karl Braun. Auch Erzbischof Dr. Braun musste vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben. Erneut dauerte die Sedisvakanz über ein Jahr, in der Prälat Alois Albrecht wieder als Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators die Vakanz überbrückte.

Als ich 2002 zum Erzbischof von Bamberg berufen wurde, habe ich mir nicht einmal die Frage gestellt, wen ich als Generalvikar ernennen würde. Ich kannte Generalvikar Alois Albrecht aus gemeinsamen Zeiten, da ich selbst von 1990 bis 1995 stellvertretender Generalvikar und von 1995 bis 2002 Generalvikar im Bistum Fulda war. Ich war sehr froh, dass er da war und ich mir keine Gedanken um einen Generalvikar machen musste. Mit und im Namen meiner Vorgänger danke ich Dir, lieber Herr Generalvikar, sehr herzlich für Deinen treuen Dienst.

4. Schon allein die äußeren Daten von 1990 bis 2006 zeigen, dass die Zeit nicht leicht war und viel von Generalvikar Albrecht gefordert wurde. Wenn zwei Bischöfe aus Gesundheitsgründen aus dem Amt scheiden, heißt das, dass schon während ihrer Amtszeit mehr Belastung auf den Generalvikar zukam; zwei Sedisvakanzen bedeuten große Verantwortung.

Drei Bischöfe haben unter Generalvikar Alois Albrecht überlebt und leben noch heute, so hat es einmal ein Domkapitular scherzhaft gesagt. In dieser Aussage steckt aber auch ein ernster Kern. Ein Generalvikar muss vieles Unangenehme, Belastende, Ärgerliche von seinem Bischof fernhalten und regeln, damit dieser seine Aufgaben des guten Hirten erfüllen kann. In großer Loyalität hat Generalvikar Alois Albrecht auch diese Aufgabe bei allen drei Bischöfen erfüllt. Deshalb konnten sie ihr Amt gut ausführen und haben es überlebt. Vergelt’s Gott dafür.

5. Anders als es in Zukunft in unserem Generalvikariat sein wird - dem neuen Generalvikar wird mehr die Aufgabe des „Moderator Curiae“, des Amtsleiters des Ordinariates zukommen - war Generalvikar Alois Albrecht in besonderer Weise für die Priester und Diakone zuständig. In vorbildlicher Weise hat er sich um den Einsatz und die Begleitung der Priester und Diakone bemüht.

Besonders lagen ihm auch unsere Mitbrüder aus Indien, Polen und anderen Nationen am Herzen. Für diesen Dienst an den Priestern, gilt ihm besonderer Dank und Anerkennung.

6. Ein großes Herz hat Prälat Albrecht für die Schönheit der Liturgie. Deshalb hat er sich in der „Kommission für Liturgie und kirchliche Kunst“ besonders eingesetzt. Auch seine Liedtexte, die er uns (zum Teil) im Heft „Wir ist mehr als ich plus du“ zusammengestellt hat, zeugen davon. Viele Altäre, Altarräume und ganze Kirchen in unserem Bistum verdanken ihre Gestaltung Prälat Albrecht und seinem künstlerischen Sachverstand.

7. Besonders erwähnen möchte ich auch „Mission, Gerechtigkeit und Frieden“. Die gleichnamige Stabstelle im Ordinariat und ihre Aufgaben lagen ihm besonders am Herzen. Über Gebühr und Pflicht hinaus, hat er sich für die missionarischen und sozialen Aufgaben, besonders in Bolivien, in Indien und im Senegal, eingesetzt. Das Erzbistum Bamberg, die Hilfswerke Missio, Misereor, Adveniat, Renovabis sowie die eben genannten Länder danken ihm dafür.

8. Ich möchte zum Schluss den Dank für die Zusammenarbeit mit mir in den letzten vier Jahren ansprechen. Wir hatten das „Bamberger Pastoralgespräch“, vor allem mit der Erstellung des Pastoralplans, umzusetzen. Wir haben einen guten Plan „Den Aufbruch wagen – heute!“ erarbeitet, wie uns immer wieder von außen und innen bestätigt wird.

Vor ca. drei Jahren wurde offenbar, dass sich das Erzbistum Bamberg kurz vor der „Schuldenfalle“ befindet. Große Anstrengungen waren nötig, um dieser Gefahr zu entgehen. Wir haben es geschafft! Wir haben in diesem Jahr 2006 wieder einen ausgeglichenen Haushalt.

In diesem Zusammenhang, vor allem aber, um den Pastoralplan umsetzen zu können, haben wir auch die Bildung der Seelsorgebereiche durchgeführt. Auch diese Aufgabe können wir an Pfingsten abschließen. Nicht zuletzt haben wir in den letzten drei Jahren auch eine Umstrukturierung des Ordinariats vorgenommen, damit es mit weniger Mitteln und Kräften effizient der Seelsorge im ganzem Bistum dienen kann. An diesen schwierigen Aufgaben hat Herr Generalvikar Albrecht, verantwortlich mit großem Einsatz bis zuletzt mitgewirkt. Dafür danke ich ihm von ganzem Herzen.

9. Sicher könnte ich noch mehr sagen, um Dich, lieber Prälat Alois Albrecht, zu ehren und Dir meine und unsere Wertschätzung und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Aber ich möchte es dabei bewenden lassen. Ich habe schon immer einmal das spanische Sprichwort verwendet, das lautet: „Dem Freund musst Du es nicht erklären, er glaubt Dir sowieso. Dem Feind musst Du es auch nicht erklären, er glaubt Dir sowieso nicht“. In Freundschaft spreche ich diese meine Dankesworte!

10. Lieber Ali!
„Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen“. Abschiedsworte müssen wie Liebeserklärungen sein. Vor allem der zweiten Deutung wollte ich aus ehrlichem Herzen entsprechen.

11. Für Deine neue Lebens- und Arbeitsphase – nicht Ruhestand, das ist kein richtiges Wort für uns Priester – möchte ich Dir Gesundheit, Frohsinn und Schaffenskraft wünschen und Dir ein Wort von Hermann Hesse mit auf den Weg geben:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

 

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