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27.11.05: Wort an die Pfarrgemeinden des Erzbistums Bamberg zum 1. Advent 2005
„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“ (1 Kor 1,3)

Liebe Schwestern und Brüder im Erzbistum Bamberg!

1.
„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“ Mit diesem Gruß des heiligen Paulus an die Korinther möchte ich Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit und ein gutes neues Kirchenjahr wünschen. Gnade bedeutet: gütige, liebevolle und barmherzige Zuwendung Gottes zu den Menschen. Gerade in Ihren ganz konkreten Nöten und Anliegen, in Ehe und Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, im Seniorenheim und Krankenhaus möge Ihnen Gottes Nähe spürbar zuteil werden. Vor allem den Kindern und Jugendlichen, den Behinderten und Kranken, den Arbeitslosen und Lehrstellensuchenden, den Trauernden und Einsamen erbitte ich Gnade von Gott und dem Herrn Jesus Christus. Möge die Zuwendung Gottes dadurch wirksam werden, dass viele Menschen sich im konkreten Leben einander zuwenden, um sich besser zu verstehen, sich zu stützen und sich zu helfen. Und Friede wünsche ich Ihnen allen! Der göttliche Friede übersteigt all unser Denken und Wünschen. Er erfüllt uns mit Hoffnung und Kraft, auch in schwierigen Zeiten und Stunden. Mögen Gnade und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus Ihr Leben im Advent, an Weihnachten und im ganzen neuen Kirchenjahr begleiten.

2.
Mit dem heutigen Sonntag schließen wir das alte Kirchenjahr ab. Es stand in unserer Erzdiözese unter dem Motto des Pastoralplans „Den Aufbruch wagen - heute!“, der am 9. Januar 2005 veröffentlicht wurde. Er wird in den einzelnen Pfarreien, Dekanaten und Institutionen entsprechend den jeweiligen Möglichkeiten und Erfordernissen umgesetzt. Das ist zu spüren! Darüber freue ich mich und sage Vergelt´s Gott. Selbstverständlich bleibt noch vieles zu tun. Ich bitte Sie, weiterhin engagiert, mutig und vertrauensvoll die Beschlüsse und Anregungen des Pastoralplans in der Praxis zu realisieren. Er trägt uns auf, „auch in Zukunft vom guten Gott (zu) reden, IHN (zu) feiern und IHN in Taten der Liebe (zu) übersetzen“ (S. 7).

Um den Pastoralplan in den nächsten Jahren weiter umsetzen zu können, haben wir die unbedingt notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen fortgeführt. Zu dem gleichen Zweck wurde im Sommer dieses Jahres der Umstrukturierungsprozess begonnen. Wir müssen aufgrund des Finanz- und Personalmangels größere Seelsorgebereiche bilden, um „Das Erzbistum Bamberg handlungs- und zukunftsfähig (zu) gestalten“; so lautet der Titel der Broschüre mit den „Informationen zum Konsolidierungsprozess“. Die Bildung der Seelsorgebereiche fördert den Austausch und ermöglicht vielfältige Gemeinschaft, was unserem Hauptziel, einer evangelisierenden Pastoral, dient. Diese positiven Aspekte werden trotz der Belastungen von vielen wahrgenommen.

Aus den Pfarreien und Dekanaten wird gemeldet, dass die Gespräche, Überlegungen und Vereinbarungen gut vorangehen. Manche Dekanate haben die Bildung der Seelsorgebereiche bereits weitgehend abgeschlossen und wünschen, dass diese möglichst bald in Kraft gesetzt werden. Andere sind noch im Gespräch und versuchen, die bestehenden Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden. Wir möchten die Bildung der Seelsorgebereiche für das ganze Bistum im Frühjahr abschließen und sie an Pfingsten 2006 im Rahmen eines Vespergottesdienstes feierlich in Kraft setzen. Die Dekanate, die noch keine zufrieden stellenden Lösungen gefunden haben, möchte ich ermuntern, alle Anstrengungen aufzuwenden, um möglichst bald ihre Vereinbarungen für die Zusammenarbeit vorlegen zu können.

3.
Ich möchte allen danken, die sich so engagiert im Konsolidierungsprozess und bei der Bildung der Seelsorgebereiche einsetzen. Mein Dank gilt vor allem den Dekanen, Pfarrern, pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie besonders den Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf die Pfarrgemeinderatswahl am 12. März 2006 hinweisen und erneut bitten, sie gut vorzubereiten, sich als Kandidatin oder Kandidat zur Verfügung zu stellen, sich an der Wahl zu beteiligen und gute Pfarrgemeinderäte zu bilden. Vergelt’s Gott sage ich den Strukturberatern sowie meinen Mitarbeitern im Domkapitel und in der Ordinariatskonferenz. Ich weiß, dass es bei den Konsolidierungsmaßnahmen Schwierigkeiten und auch manche persönliche Härten gibt. Ich kenne auch die Ängste und Sorgen in den Pfarrgemeinden bei der Bildung der Seelsorgebereiche und trage sie mit. Wir sollten gemeinsam alles versuchen, um die Härten zu mildern und die Ängste zu überwinden. Ich bitte um eine gute Zusammenarbeit und die Bereitschaft zu Kompromissen.

4.
Bei der Bildung der neuen Seelsorgebereiche ist darauf zu achten, dass die Pfarrer nicht noch stärker mit Verwaltungsaufgaben belastet werden. Der ehrenamtliche Einsatz in unseren Pfarreien ist sehr vielfältig und groß. Bei den Pastoralbesuchen und anderen Anlässen darf ich das immer wieder feststellen. Ich sage von ganzem Herzen erneut Vergelt’s Gott dafür. Die Ehrenamtlichen dürfen aber nicht überlastet werden. Wenn die Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden, sind sie besser zu bewältigen. Die Werbung für das Ehrenamt und die dankbare Anerkennung seitens aller dafür sind weiterhin sehr wichtig. Ihr großherziges ehrenamtliches Engagement, liebe Mitchristen, gibt mir Mut, erneut an Sie vor Ort zu appellieren, die Aufgaben, die Sie wahrnehmen können, auch zu erfüllen, um so die Priester für die Seelsorge freizuhalten. Belasten Sie Ihre Pfarrer nicht mit mehr Sitzungen als notwendig. Bei vielen Terminen muss der Pfarrer nicht unbedingt dabei sein. Der priesterliche Dienst hat in allen Pfarreien und Seelsorgestellen „unersetzliche Bedeutung“, so haben wir im Pastoralplan festgehalten. Ich bitte die Priester, großherzig ihren Dienst zu erfüllen und die größeren Belastungen geduldig anzunehmen. Sie, die Gläubigen, bitte ich, Ihre Priester nach Kräften zu unterstützen und um Priesternachwuchs zu beten.

5.
Die Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ wird in Zusammenarbeit mit Verantwortlichen aus der Jugendarbeit sowie Vertretern der Orden und geistlichen Gemeinschaften am 1. Adventssonntag (heute) eine „Initiative für Berufungen“ starten. Der Weltjugendtag und die Begegnung mit Papst Benedikt XVI. haben uns alle in diesem Jahr bewegt und mit Freude erfüllt. So viele junge Menschen, so viel Begeisterung, so viel Gebet und Tanz, so viel soziales Engagement von jungen Christen aus aller Welt werden ein unvergessliches Ereignis in der Kirche von Deutschland bleiben. Auch für unser Bistum war die Begegnung mit den vielen Jugendlichen aus den fünf Kontinenten in der Woche vor dem Weltjugendtag in Köln ein herausragendes Erlebnis. Mit der „Initiative für Berufungen“ soll der Weltjugendtag weitergeführt und konkrete Konsequenzen aus ihm gezogen werden. Das biblische Schlüsselwort „Berufung“ soll bedacht und Berufungen für den priesterlichen Dienst und das Ordensleben sollen geweckt werden. Dabei sind christliche Ehen und Familien als die Keimzellen für Kirche und Gesellschaft sehr wichtig. Sie werden auch bei der „Initiative für Berufungen“ wieder besondere Beachtung finden. Ich trage diese „Initiative für Berufungen“ von ganzem Herzen mit und freue mich, wenn im Rückblick auf das Ereignis „Weltjugendtag“ mit jungen Menschen über ihre Berufung nachgedacht, gebetet und gesprochen wird.

6.
Liebe Schwestern und Brüder!

Ein neues Kirchenjahr fängt an. In ihm werden wir am 1. November unser Jubiläum 1000 Jahre Bistum Bamberg beginnen. Ich möchte Sie schon heute darauf hinweisen und Sie einladen mitzufeiern. Im Laufe des Jahres werden Sie weitere Informationen erhalten. Ich wünsche mir, dass das neue Kirchenjahr und vor allem unsere Jubiläumsfeier uns im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe stärken. Noch einmal Vergelt´s Gott für alles Engagement und Mitwirken im vergangenen Kirchenjahr. Für die Zeit und die Aufgaben, die vor uns liegen, möchte ich Ihnen den letzten Satz der heutigen Lesung aus dem 1. Korintherbrief zitieren: „Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.“ Seine Treue wird uns ein gutes neues Kirchenjahr schenken.

So wünsche ich Ihnen allen den Segen des dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ihr Bischof Ludwig Schick
+ Erzbischof von Bamberg

27.11.05: Wort an die Pfarrgemeinden des Erzbistums Bamberg zum 1. Advent 2005 (18 KB)
Eingestellt von
Jürgen Eckert
eckert@erzbistum-bamberg.de
Eingestellt am: 10.03.2009 10:10
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