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Bischöfe sorgen als Nachfolger der Apostel für die Einheit der Kirche

Der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick
Der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick
Ein katholischer Bischof - der Name leitet sich vom griechischen Wort "episkopos", übersetzt Aufseher, Schiedsrichter ab - steht nach Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils einer Diözese vor. Diözese stammt vom griechischen Wort, "dioikein", übersetzt haushalten.

Die katholische Lehre hat den pastoralen Auftrag des Bischofs in drei klassischen Worten zusammengefasst: lehren, heiligen und leiten. Dies ist das dreifache Amt des Bischofs, zu dem ihm mit der Bischofsweihe die Vollmacht verliehen wird: eine Teilkirche, "in der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft wirkt und gegenwärtig ist, zu lehren, zu heiligen und zu leiten". Dabei soll der Bischof "Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt" sein. So lautete auch das Leitwort der X. Vollversammlung aller Bischöfe, der Bischofssynode, die im Oktober 2001 in Rom stattfand.

Drei Aufgaben hat der Bischof zu erfüllen. Zum einen muss er das Wort Gottes verkünden, es auslegen und verbindlich lehren. Die Menschen soll er zum Glauben rufen und sie "im lebendigen Glauben stärken". Er soll also zu den Menschen gehen, das Gespräch suchen und dieses fördern. Weiter ist ein Bischof für die Spendung der Sakramente besonders verantwortlich. Heiligen meint auch, das gesamte liturgische Leben zu fördern und sich bemühen, "dass die Gläubigen durch die Feier der Eucharistie das österliche Geheimnis tiefer erkennen und leben". Schließlich kommt es dem Bischof zu, sein Bistum, auch im juristischen Sinn, zu leiten und nach außen hin zu repräsentieren. Er soll sich Kraft seines Hirtenamtes um die gesamte Seelsorgsarbeit in der Diözese bemühen. Seine Sorge muss den Armen, Verfolgten und Leidenden gelten. Er soll ökumenische Impulse geben, sich auch den Nichtgetauften zuwenden. Bei all seinen Handlungen soll es dem Bischof darum gehen, die ihm anvertrauten Gläubigen zur Einheit zusammen zu führen.

Als Vorsteher eines Bistums ist er darüber hinaus Mitglied im Kollegium aller Bischöfe und hat Teil an der Sendung der universalen Kirche. Er übt sein Amt aus, untereinander mit den Bischöfen verbunden und mit dem Papst. Wenngleich der einzelne Bischof, wie etwa ein Bischof von Bamberg, in eigener Vollmacht handelt, kommt ihm die Aufgabe zu, in seinem Bistum die für die ganze Kirche gemeinsame Ordnung zu fördern. So ist der Bischof auch sichtbares Band der kirchlichen Gemeinschaft zwischen Orts- und Weltkirche.

In der Verbundenheit der Bischöfe untereinander und mit dem Papst gründet auch die Nachfolge der Apostel, in der ein Bischof steht und wirkt. Apostolische Sukzession - lateinisch Nachfolge - bedeutet: Nachfolge im Glauben der Apostel und Weihe durch andere Bischöfe, die selbst wiederum durch die Handauflegung anderer legitimer Amtsträger in diese Traditionskette eingegliedert sind und so ihr Amt bis auf die Apostel zurückführen können. Die Bischöfe wurden von den Aposteln als ihre Nachfolger gesandt, die Apostel wurden von Christus gesandt, Christus wurde vom Vater gesandt.

Stab und Ring - die Sprache bischöflicher Insignien

Stab, Ring, Brustkreuz und Mitra. Das sind die bischöflichen Insignien - lateinisch Auszeichnungen. Also Zeichen, die den Rang und den liturgischen Stand anzeigen. Sie haben symbolische Bedeutung, deuten Amt und Dienst des Bischofs.

Der Stab erinnert an das Hirtenamt des Bischofs. Er muss für die ihm anvertrauten Gläubigen Sorge tragen, sie leiten. In der altchristlichen Kunst trägt Christus, als der gute Hirte, einen Stab. Auch Engel, als Boten Gottes, werden immer wieder mit einem Stab dargestellt. Im christlichen Raum begegnet einem der Stab zuerst in der Hand der Mönche. Der Bischofsstab ist zuerst im 7. Jahrhundert für Spanien bezeugt, übernommen vermutlich aus dem byzantinischen Beamtenzeremoniell. Zunächst wurde er nur außerhalb des Gottesdienstes als Zeichen der Jurisdiktion gebraucht und bei Visitationsreisen mitgeführt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Gebrauch des Stabes bei allen Pontifikalhandlungen durchgesetzt, außer am Karfreitag und im Requiem. Außerhalb seines Bistums benützt der Bischof seinen Stab nur, wenn er mit Einverständnis des Ortsbischofs einem feierlichen Gottesdienst vorsteht.

Der Bischofsring ist ein Symbol der Treue, mit dem sich der Bischof an die Kirche bindet und den er darum ständig trägt. Zunächst wohl als Siegelring mehr amtliches Abzeichen, wird er zuerst in Spanien und seit dem 9. Jahrhundert im gallisch-fränkischen Raum zusammen mit dem Stab bei der Bischofsweihe feierlich übergeben.

Das Kreuz, das der Bischof auf der Brust trägt, ist nicht als Juwel oder äußeres Schmuckzeichen zu verstehen. Es spricht von der Zugehörigkeit zu Christus. Es ist Ausdruck des Bekenntnisses und Vertrauens des Bischofs in die Kraft, die aus dem Kreuz Jesu Christi erwächst.

Die Mitra als besondere liturgische und haubenförmige Kopfbedeckung der Bischöfe geht wohl auf eine Kappe zurück, die Würdenträger im Römischen Reich trugen. Zuerst nur für den römischen Bischof bezeugt, wird sie seit Mitte des 11. Jahrhunderts auch anderen Bischöfen, Äbten und Kardinälen zugestanden.