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XXI. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstgutes in den deutschen (Erz-) Bistümern
Textilrestauratorin Sibylle Ruß während ihres Vortrages

Am 15. und 16. November fand im Bistumshaus St. Otto die "XXI. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstgutes in den deutschen (Erz-) Bistümern" statt.

Der Arbeitskreis mit dem ungewöhnlich langen Namen setzt sich aus hochkarätigen Kunstexperten zusammen, die in ihren Diözesen als Inventarisatoren und Konservatoren tätig sind. Ihre gemeinsame Aufgabe ist es, die Kunstgüter in den Pfarreien sowohl wissenschaftlich zu erfassen als auch für die Nachwelt zu erhalten.

Die Tagung wird jedes Jahr von einem anderen Bistum ausgerichtet. Gastgeber in Bamberg waren: Dr. Norbert Jung, Hauptabteilungsleiter Kunst und Kultur sowie Dr. Peter Schwarzmann, Leiter der Abteilung Inventarisation und Kunstdenkmalpflege. Eingeladen waren aber nicht nur die festen Mitglieder des Arbeitskreises sondern auch Experten zum Tagungsthema sowie Kollegen der evangelisch-lutherischen Kirche und Gäste aus Österreich. Zwei der österreichischen Kollegen, nämlich die Vertreter der Diözesen Wien und Linz, sind bereits assoziierte Mitglieder des Arbeitskreises.

Das diesjährige Tagungsthema lautete "Paramente des 19. und frühen 20. Jh.". Zu dieses Thema hatte man sich auf mehrfachem Wunsch entschieden, weil die kirchlichen Messgewänder aus jener Zeit bei der wissenschaftlichen Erfassung besonders schwer zu datieren sind. Schließlich wurden Paramentenstoffe in dieser Zeitspanne auch bereits industriell hergestellt, und das oftmals mit dem jeweils gleichen Muster über eine sehr lange Zeit hinweg. Auch gab es Plagiate und direkte Kopien, was den Umgang damit noch mehr erschwert. Zu diesem komplexen Bereich einen besseren Zugang zu gewinnen, war das erklärte Ziel dieser Tagung. Die Vortragsthemen im Einzelnen:

Dr. Ingeborg Neubert, Herzogenaurach: Die Krefelder Paramentenstoffproduktion von 1852 bis 1914. Ein Überblick über eine industrielle Fertigung von Seidengeweben mit ihren typischen Mustern.

Dr. Friedrich Fuchs, Regensburg: Vom Umgang mit ausgedienten Paramenten in der Kontroverse zwischen Kirchenrecht und Alltagspraxis.

Dr. Karen Stolleis, Frankfurt: "Werkstattgespräch" über Paramente des 19. Jh. - Bestimmung, Datierung und Beschreibung anhand ausgewählter Originale.

Textilrestauratorin Sibylle Ruß, Bamberg: Hinweise für den Umgang mit historischen Paramenten – Handling, Pflege, Aufbewahrung.

Mit der internen, also nicht-öffentlichen Sitzung des Arbeitskreises, in der verschiedene grundsätzliche wie auch aktuelle Themen auf der Tagesordnung standen, wurde die Tagung abgeschlossen. Fakultativ gab es am Nachmittag noch eine Führung durch den Bamberger Dom, geleitet durch Herrn Holger Kempkens M.A. sowie einen Besuch der Paramente und der Kaisermäntel im Diözesanmuseum, geleitet von Frau Textilrestauratorin Sibylle Ruß.

Von den Sprechern des Arbeitskreises, Frau Dr. Monika Tontsch / Bistum Hildesheim, Frau Ulrike Hauser M.A. / Erzbistum Paderborn und Herrn Dr. Gabriel Hefele / Bistum Limburg sowie von den Mitgliedern des Arbeitskreises hörte man bei Ende der Tagung nur lobende Worte. Sicher wird man sich noch in Jahren an diese besonders gelungene Veranstaltung erinnern.

Der Dank des gesamten Arbeitskreises geht an Herrn Domkapitular Dr. Norbert Jung, Hauptabteilungsleiter Kunst und Kultur, der diese Tagung in Bamberg überhaupt erst möglich machte. Auch dem überaus freundlichen und immer hilfsbereiten Team des Bistumshauses sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Weiter geht ein Dankeschön auch an die Pfarreien, die verschiedene Messgewänder zur Begutachtung zur Verfügung gestellt haben, allen voran die Dompfarrei, vertreten durch Herrn Mesner Sebastian Dornheim, und die Pfarrei Gößweinstein, vertreten durch Herrn Sekretär Peter Sebald und Herrn Mesner Reinhold Hutzler. Und schließlich sei auch Herrn Generalvikar, Monsignore Georg Kestel, ganz herzlich gedankt für den wundervollen Gottesdienst, den er zusammen mit den Mitgliedern des Arbeitskreises gefeiert hat.

Datum: 26.11.2012
Autor: Dr. Peter Schwarzmann